Schwebefähre Rendsburg

Rendsburg hat mit der Eisenbahnhochbrücke und der Schwebefähre gleich zwei Wahrzeichen, die gleichzeitig Museumsstück, technisches Wunderwerk UND immer noch in Benutzung sind.

Als der 1895 eingeweihte Nord-Ostsee-Kanal – oder besser “Kaiser-Wilhem-Kanal”, wie er damals noch hiess – erweitert werden sollte, musste in Rendsburg die alte Eisenbahn-Drehbrücke durch ein moderneres Bauwerk ersetzt werden. So begannen 1911 die bis 1913 andauernden Arbeiten zur Errichtung der heute noch intakten und in Benutzung stehenden Eisenbahnbrücke.

Die 2.486m lange Stahlkonstruktion (mit Rampen gesamt 7,5 Kilometer, darunter eine viereinhalb Kilometer lange Schleife zur Überwindung der Höhendifferenz zum Rendsburger Bahnhof) ruht mit ihrem Gewicht von weit über 16.000 Tonnen auf 51 Pfeilern. Die reine Kanalbrücke gewährt auf ihren 317 Metern Länge dabei eine Durchfahrtshöhe von 42 Metern für den Schiffsverkehr auf der meistbefahrenen künstlichen Wasserstrasse der Welt.

Obwohl die Gleis-Anschlüsse nach Kiel und Neumünster nur einspurig waren, wurde das gesamte Bauwerk zweispurig ausgelegt, um im Kriegsfall mehr Soldaten und Gerät befördern zu können.

Für den Personen- und Fahrzeugverkehr wurde eine Schwebefähre eingerichtet. Die “Eiserne Lady” mit einer Fläche von 14 x 6 Metern hängt an insgesamt 12 Seilen (vier Trageseile, acht Versteifungsseile) an zwei Wagen, die von Elektromotoren getrieben an unter der Brücke angebrachten Schienen laufen.

Neben der Rendsburger Schwebefähre gibt es in Deutschland nur noch ein weiteres Exemplar: Das Transportmittel zwischen Osten und Hemmoor im Landkreis Cuxhaven ist sogar noch vier Jahre älter als ihre Rendsburger Verwandtschaft.

Insgesamt ist die Schwebefähre ein eher seltenes Transportmittel: Weltweit soll es nur zwanzig Stück gegeben haben, von denen heutzutage nur noch neun in Betrieb sind. Neben den beiden deutschen Vertretern sind dies drei in Großbritannien, zwei in Spanien und jeweils eine in Frankreich und Argentinien.

Moin!

Dies ist der Blog von Marco Pagel, auf dem in unregelmässigen Abständen zu Fotos, Erlebnissen oder Dingen der Weltgeschichte etwas geschrieben wird. Wer nur Fotos gucken will, ist auf der Website mp-foto.net besser aufgehoben.

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