Schleswiger Dom
Der St. Petri-Dom in Schleswig, eine dreischiffige romanische Basilika, wurde von 1134 bis 1200 gebaut und gilt als eines der wohl bedeutendsten Baudenkmäler Schleswig-Holsteins.
Die Kirche, so vermutet man heute, hielt 850 mit dem Bau einer Missionskirche in Haithabu Einzug in die Region. Im Zuge der Einrichtung dreier Bistümer auf der “kimbrischen Halbinsel” (so nennt sich der Bereich von der Elbe bis zum Skagerrag, das heutige Schleswig-Holstein und Dänemark also) entstand kurz nach der Gründung des Bistums Schleswig (947) ein erster Dom zu Schleswig, von dem heute aber weder Lage noch Größe noch bekannt sind.
Die Grundstein-Legung für das heute als Schleswiger Dom bekannte Bauwerk erfolgte 1134. Erst circa 1200 fanden die Bauarbeiten ihren Abschluß, weil das heute noch erhaltene romanische Querschiff noch zusätzlich eingebaut wurde. Die verwendeten Materialen waren Backstein, Tuffstein aus dem Rheinland und Granit.
1275 stürzten zwei Türme und Teile der Basilika an, und so entstanden bis 1320 der hochgotische Hallenchor und der “Schwahl”, ein dreiflügliger Kreuzgang an der Nordseite des Kirchenschiffs. “Schwahl” kommt aus dem dänisch-niederdeutschen und bedeutet “kühler Gang” – weil dieser Prozessionsweg aus der Kirche heraus- und wieder in sie hineinführt.
Im 16ten Jahrhundert wurde der Bau der spätgotischen Hallenkirche beendet; 1894 bekam die nun entstandene Backsteingotik-Kathedrale ihre endgültige äußere Form.
Der neueste Bauteil St. Petris ist der Turm, der erst 1888-1894 auf Wunsch des preußischen Königs errichtet wurde, als Schleswig Provinz-Hauptstadt geworden war. Mit seiner Höhe von 112 Metern passt der neugotische Turm allerdings eigentlich gar nicht zu den Proportionen des restlichen Bauwerks. Der Turm hat eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform in Höhe von 65 Metern, von der aus sich ein beeindruckender Ausblick auf die Schlei und Schleswig einschließlich der ehemaligen Fischersiedlung Holm bietet. Zudem soll im Rahmen besonderer Führungen auch eine Besichtigung der Glocken oberhalb dieser Aussichtsplattform möglich sein.
Der wegen seines schlechten Zustandes 1953-1956 neu (und etwas einfacher) verblendete Turm ist nach der Marienkirche in Lübeck der zweithöchste Kirchturm Schleswig-Holsteins und gilt als eines der Wahrzeichen der Stadt Schleswig.
Als Prunkstück des Domes St. Petri gelten neben dem aus ca. 1300 stammenden Dreikönigs-Altar und einer Bronzetaufe aus 1480 eine über vier Meter hohe Holzplastik des Christophorus und last but not least der berühmte Bordesholmer Altar mit seinen circa 400 Figuren in mehr als 30 Szenen; gebaut von Hans Brüggemann und Anfang des 16ten Jahrhunderts vollendet.
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