Heiligengeistbrücke
Die 1883-1885 nach den Plänen von “Speicherstadt-Schöpfer” Franz Andreas Meyer gebaute Heiligengeistbrücke war damals die Hauptverbindung zur Altstadt. Die circa 51 Meter lange, aus drei flachen Kreissegmentbögen bestehende Brücke war deshalb mit circa 17 Metern für damalige Verhältnisse ungewöhnlich breit, weil sie nebem den normalen Verkehr eben auch die nach Altona führende Pferdebahn aufnehmen musste.
Die auf mehrere hundert Holzpfähle (zwischen 33 und 36 cm stark) gegründete Brücke erhielt ihren Namen vom Heiligengeist-Hospital, das früher an ihrem östlichen Ende gelegen war. Das seit dem 13ten Jahrhundert bestehende Gebäude wurde zwischen 1883 und 1907 von der Steuerverwaltung als Unterkunft genutzt, 1910 wurde der Bau des von Albert Erbe entworfenen neuen Dienstgebäudes der Oberfinanzdirektion fertiggestellt.
Am westlichen Ende der Brücke befindet sich heute das Steigenberger Hotel.
Die Heiligengeistbrücke ist reich verziert: Insgesamt vier Sockel befinden sich auf den Vorköpfen der bis zu 2,30 Meter hohen Pfeiler; auf ihnen sind ungefähr auf Höhe der unteren Brüstungskante kunstvoll geschmiedete Kandeleaber mit je fünf Leuchten errichtet. Die knapp 30cm breiten Brüstungen selber sind durch halbkreisförmige, mit schmiedeeisernen Ausfüllungen versehene Öffnungen unterbrochen.
Nach Beschädigungen im zweiten Weltkrieg wurde die Brücke in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wieder in alter Form aufgebaut, 1967 folgte eine akribische Instandsetzung der Kandelaber. Im Zuge der 1973 durchgeführten kompletten Sanierung des Bauwerks wurden nach einer Sandstrahl-Reinigung des äußeren Mauerwerks unter Anderem auch die drei Bögen (7.5, 17.5 und 7.5 Meter breit) zum Schutz gegen eindringende Feuchtigkeit abgedichtet.
Das Mauerwerk der Brücke besteht hauptsächlich aus Ziegelsteinen. Die Pfeiler wurden mit Werksteinen verblendet; die Stirnflächen der Bögen weisen eine Einfassung mit Granitwerksteinen auf. Die Brüstung ist aus rötlichem Granit, die Stirnwände aus leuchtend rötlich-gelben Ziegeln.
In reinem der Schlußsteine der Seitenbögen befindet sich das Wappen Hamburgs.
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