Officials

Und wer sind die Zebras da?

Bei einem Sport mit den Anforderungen an Geschwindigkeit, Technik und Disziplin wie American Football sie stellt kommt man natürlich nicht ohne Schiedsrichter aus. Deshalb sind es hier auch gleich sieben Offizielle (in Ausnahmefällen in kleineren Ligen nur fünf), die das Spiel beobachten und leiten.
Zu erkennen sind sie an ihrer Kleidung: Weisse Hosen und schwarz-weiss gestreifte Hemden; dazu tragen alle ein schwarzes Cap – bis auf den Hauptschiedsrichter, der am weissen Cap zu erkennen ist und deshalb umgangssprachlich auch “Whitehead” genannt wird.
Zur Ausrüstung der Officials gehört zudem eine gelbe Flagge, durch deren Wurf sie ein Foul anzeigen, sowie ein Säcklein mit Reis bzw. Bohnen, das zur Markierung des Balles nach dem Spielzug verwendet wird.

Genau wie bei den Spielern, so haben auch die Schiedsrichter verschiedene Positionen und damit auch Aufgabengebiete.

Der Referee leitet das Spiel und fällt bei jeder strittigen Situation – oft nach Beratung mit seiner Schiedsrichter-Crew – die Entscheidung.
Er steht vor dem Snap schräge hinter der Offense und überwacht während des Snaps hauptsächlich eventuelle Shifts sowie das Blocking. Zudem gibt er (durch Pfiff) vor jedem Spielzug den Ball frei und überwacht die Einhaltung der 25-Sekunden-Frist, während der die Offense den Spielzug durch den Snap einleiten muss.
Neben der Entscheidung über ein erreichtes First Down überwacht der “Whitehead” den regelgerechten Zustand der Bälle und die Timeouts der Teams.
Seine Schlüssel-Positionen “Keys” ist der Quarterback und in Kick-Situationen der Kicher bzw. Punter.

Dem Referee schräge gegenüber – mitten in der Defense – steht der Umpire.
Dieser Schiedsrichter steht vor dem Snap circa fünf bis sieben Yards hinter der Neutralen Zone, also meist direkt hinter den Linebackern. Er beobachtet die Neutrale Zone hinsichtlich etwaiger Verletzungen (False Start, Offside, Encroachment) und ob bzw. wann der Ball die Neutrale Zone überquert (bei Paß- und Kick-Spielzügen). Gleichzeitig überwacht er die Line-Spieler der Offense und wann sie die Neutrale Zone überqueren (“downfield gehen”) und die Anzahl der Offense-Spieler auf dem Feld.
Der Umpire kontrolliert zusammen mit dem Referee die Spieluhr und überwacht den Snap.

Ebenfalls im Defense Backfield – aber deutlich tiefer als der Umpire – steht der Field Judge.
Er steht vor dem Snap meistens dem Referee gegenüber, jedoch 15 bis 20 Yards jenseits der Neutralen Zone. Genau wie der Hauptschiedsrichter überwacht auch er die Einhaltung der 25-Sekunden-Frist zwischen Ballfreigabe und Snap, zudem bestimmt er den Status des Balls in seinem Bereich des Feldes.
Die Keys des Field Judge sind die Wide Receiver, Linebacker und Tight Ends sowie der Ballträger in seinem Feldbereich.

An den Seitenlinien genau auf Ballhöhe stehen vor dem Snap der Head Linesman und Line Judge.
Der Head Linesman steht auf der Spielfeldseite der Chaingang (welche den aktuell zu überbrückenden Bereich, die Position des Balles und den aktuellen Versuchs (“Downs”) anzeigt) und ist somit für die richtige Positionierung der Kette und die korrekte Anzeige des Downmarkers zuständig. Zudem kontrolliert der Head Linesman das Spiel an der Line of Scrimmage, wozu auch die korrekte Formation der Offense gehört: Es müssen sieben Spieler an der Line of Scrimmage stehen – um das zu kontrollieren, zählt der Head Linesman die Spieler im Backfield der Offense.
Seine Schlüsselpositionen sind Tackle und Running Back, wo er besonders auf Frühstarts achtet, aber auch anhand der ersten Bewegungen des Tackles auf die Art des Spielzugs schliessen muss. Bei Paßspielzügen hilft er dem anderen zuständigen Official bei der Entscheidung über die Vollständigkeit des Passes (Ballkontrolle, Position des Receivers); bei Querpässen dicht an der Line of Scrimmage entscheidet er, ob der Pass vorwärts oder rückwärts ging (ein fallengelassener Rückwärtspass wird wie ein Fumble gewertet und darf von jedem aufgenommen werden, während bei einem fallengelassenen Vorwärtspass der Ball automatisch “tot” wird und somit dem Spielzug beendet).

Gegenüber des Head Linesman steht der Line Judge.
Seine Aufgaben ähneln denen des Head Linesman, jedoch ist er neben dem Geschehen rund um den Ball auf seiner Seite des Feldes zusätzlich für die Anzahl der Spieler der Defense zuständig.
In kleineren Schiedsrichter-Crews überwacht er zudem die Spieluhr.

Die Schiedsrichter-Crew wird schliesslich durch Side Judge und Back Judge komplettiert.

Der Side Judge steht auf der Spielfeldseite des Head Linesman und etwas dichter an der Neutralen Zone als der Field Judge. Zu seinen Aufgaben gehört neben der Kontrolle der Spielerzahl in der Defense zudem das Überwachen des Geschehens rund um den Ball in seinem Spielfeldbereich – dabei geht es meistens um Paßspielzüge und das legale Blocken bzw. Behindern des Paßempfängers.
Bei einem Field Goal- oder Zusatzpunktversuch stellt der Side Judge sich unter das Goalpoast seiner Spielfeldseite, um über die Gültigkeit des Versuches entscheiden zu können.

Der Back Judge steht gegenüber des Side Judges und hat die selben Aufgaben.
Zudem überwacht er die Anzahl der Defense-Spieler und die Spielzeit.

Sieht einer der Schiedsrichter ein Foul in seinem Zuständigkeitsbereich, wird dies durch den Wurf der gelben Flagge (“Penalty Marker”) signalisiert. Ein laufender Spielzug wird dabei nicht unterbrochen, und so kann es durchaus vorkommen daß in einem Spielzug gleich mehrere Fouls begangen werden und geahndet werden müssen.
Fouls werden im Football grundsätzlich mit Raumverlust (fünf, zehn oder fünfzehn Yards) geahndet. Nur in seltenen Fällen wird ein Versuch gestrichen (wenn der Quarterback den Ball innerhalb seiner Tackles absichtlich wegwirft, um einem Sack zu entgehen) oder ein Spieler vom Feld gestellt (nach wiederholten und/oder schweren persönlichen Fouls).

Moin!

Dies ist der Blog von Marco Pagel, auf dem in unregelmässigen Abständen zu Fotos, Erlebnissen oder Dingen der Weltgeschichte etwas geschrieben wird. Wer nur Fotos gucken will, ist auf der Website mp-foto.net besser aufgehoben.

Infobedarf?