Die dunkle Jahreszeit ist da
Der November … kalt, grau, ungemütlich.
Und dunkel.
Sowohl auf dem Weg hin zur Arbeit als auch auf dem Rückweg im wohlverdienten Feierabend ist um uns herum alles dunkel.
Vielen schlägt das ewig graue, nasse und dunkle Wetter auf das Gemüt, aber ich selber kann von mir behaupten, daß dieser Aspekt der Jahreszeit mich eher unberührt lässt. Mich nervt es viel mehr, wenn ich einem – wie im früheren Herbst oder im Frühling – von der bösen Seite des Bürofensters aus einem wunderschönen Tag beim Vergehen zuschauen kann – und dann selber nichts mehr davon habe.
Was mich an dieser Jahreszeit wirklich nervt, sind die Fußgänger und Fahrradfahrer mit Hang zum Suizid.
Erst neulich habe ich mir bei Facebook Luft gemacht über die zweirädrigen Teilnehmer am Straßenverkehr.
Die nämlich haben die Stealth-Technologie zur Perfektion gebracht. Unbeleuchtet, keine Reflektoren, schwarze Kleidung – Du siehst dieses Volk nur noch, wenn sie durch Zufall kurz eine Lichtquelle verdecken.
Und musst höllisch aufpassen, daß Dir nicht irgendwann eine(r) der Heimlich-Teilnehmer(innen) am Straßenverkehr auf der Motorhaube liegt (okay, bei meiner Motorhaube würde er oder sie schnell herunterrutschen – aber den Ärger habe ich dann trotzdem) und Dich aus großen, traurigen Augen anschaut. Du kannst noch so sehr aufpassen – aber für Menschen, die Du nicht siehst, kannst Du einfach nicht mitdenken.
Die Fußgänger sind da kaum besser.
Für sie ist ja nicht einmal ein Reflektor vorgeschrieben (wenn ich mich nicht irre), und auch sie kleidem sich in feinstem Schwarz. Man muss schon hoffen, daß sie einen Hund dabei haben – an eventuell reflektierenden Halsbändern (komisch… der WauWau blinkt oftmals wie ein Kristbaum, aber das andere Ende der Leine scheint im Nichts zu hängen) oder notfalls einer Reflektion auf der Steuermarke kann man sie mit etwas Glück noch rechtzeitig erkennen. Bei Joggern wird diese Aufgabe schon etwas schwerer – sie tragen zum schwarzen oder dunkelblauen Trainingskostüm oftmals nur kleine, Fünfmarkstück-grosse Reflektoren an den Fersen ihres Schuhwerks.
Als wäre das nicht schlimm genug, verhalten diese Menschen auf Rad und Schuster’s Rappen sich auch noch so, als wären sie hellstens erleuchtet und hätten ein blaues Rundumlicht auf dem Kopf. Da wird abseits von Ampel und/oder Zebrastreifen bei vollstem Verkehr die Straße überquert – natürlich ohne zu gucken.
Und als Autofahrer hat man verloren …
Und was ich heute erlebt habe, glaubt mir eh’ keiner.
Heimweg von der Arbeit.
Fünf Meter von der Fußgängerampel entfernt standen mitten auf dem Mittelstreifen zwei Jugendliche, in prächtigst Schwarze Kleidung gehüllt. Die habe ich nur gesehen, weil sie kurz die Scheinwerfer eines entgegenkommenden Autos verdreckten.
Als ich an ihnen vorbei war, wollten sie schnell über die Straße rennen. Einer der beiden stellte dabei in Form einer anspruchsvollen Flugfigur fest, daß an eben jener Stelle bereits eine glatte Stelle war.
Mein Hintermann konnte gerade noch rechtzeitig bremsen…
Ganz ehrlich? Solche Leute haben selber Schuld, wenn sie angekarrt werden. Ok, für den Überfahrenden ist es die Hölle, aber die “Schwarzen” sind die Ersten, die schreien.